Gemeinde
Orbis Lageplan 1750
Die
Hochfläschen dominiert Ackerland, aufgelockert durch Streuobstwiesen. Zur
Gemeinde zählt der Leithof an der südlichen
Gemarkungsgrenze. Die frühere besiedlung dokumentieren die Funde einer
Hirschgeweihaxt der Jungsteinzeit (Ziegeläcker),
eines Eisenbarrens der Spätlalatenezeit (Gaufenäcker) sowie aus der
Umgebung des Dorfes Waffen. Spuren einer villa rustica
und ein gräberfeld der Römerzeit. Als vieleicht noch fränkische
Gründung lag Orbis (=Ausbau, Rodung) im Wormsgau, später
im Nahegau. Der ursprünglich zum Königsland und im 12./13. Jh. zum
staufischen Hausgut gehörige Ort findet sich erstmals
im Lehensverzeichnis des Rheingrafen Wolfram (1200/09) als >>Horbeit<<
(um 1575 >>Orbisheim<<. Die geschichte ist
eng mit der von Morschheim verbunden. (Gericht, Pfarrei, Weidegemeinschaft).
Beide gehörten, zumindest seit dem 14. Jh.
zur Pflege Albisheim der Grafen von Leiningen.1414/16 gelangte auch Orbis anteilig
an die Grafen von Nassau-Saarbrücken
(später Nassau-Weilburg), die Grafen von Leinigen-Hardenburg (später
Leiningen-Dagsburg) sowie die Herren von Einselthum
(später Wallbrunn). 1613/14 erwarb der Graf von Nassau-Weilburg die Pflege.
Die freundschaft endete mit dem Vorrücken der Franzosen bis zum mittelrhein
während der Revolutionskriege 1792.
1797 erfolgte die Eingliederung der Pfalz nach frankreich, 1798 die zuordnung
der Gemeinde zum kanton Kirchheimbolanden.
Nach einer österreich-bayerischen verwaltung (1814-1816) kam die Pfalz
an Bayern (1816-1946).
1818 wurde die Gemeinde Bestandteil des Landkommissariates (seit 1862 bezirksamt)
Kirchheimbolanden, Landkreis im
1946 gegründeten Rheinland-Pfalz, 1969 des Donnersbergkreises.
Die Urzelle der Besiedlung ist durch die lage der ehemals vom Friedhof umschlossennen
Kirche an einer Stichstrasse
nördlich der Bebauung bestimmt. Im Mittelalter dehnte sich der Ort wohl
zuerst nach Westen an der Langstrasse aus, dem
dem Hauptentwicklungsstrang des Straßendorfes. Um die Mitte des 16. Jh.
werden die Kaplanei, später Schule und ein
Backhaus genannt. Das mit elf Hausgesessen >>geringste, letzte und ärmste
Dorf<< des Amtes Kirchheim (Beschreibung
von 1657) wurde vom Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) stark in Mitleidenschaft
gezogen. 1629 gab es 10 evangelische
Haushaltungen, aber zwanzig verfallene Häuser. Im Zuge des Wiederaufbaus
wurde im frühen 18. Jh. die Neugasse als
Verbindung zwischen Langstrasse und Morschheimer Strasse angelegt. Nach dem
Ortsplan von 1750 , aus dem auf die
Sozialstruktur mit hohem Handwerkeranteil (Weber und Schneider als Handwerkerbauern)
geschlossen werden kann,
waren die Langstraße bis zur Kirchheimbolander Straße im Westen
und als deren Ortsfortsetzung der Zierweg lücken-
haft mit Häusern bestanden. Daneben weisen Oberwieser Weg, die Straße
Backeshecke, die Binger Straße und die
Neugasse eine geringfügige Besiedlung auf. Zwischen 1781 und 1802 stieg
die Einwohnerzahl von 171 auf 298 Personen.
Das Wachstum fand seinen Ausdruck in der regelhaften Westbebauung der Neugasse
(vgl. Parzellenkarte von 1804).
1830 errichtete man das Schulhaus, das 1843 aufgestockt, in der Langstrasse
einen prägenden Akzent setzt.
1835 hatte Orbis bereits 536 Einwohner. Das Katasterblatt von 1841 dokumentiert
das Vorrücken der Kleinhaus-
bebauung in der Neugasse bis zur Morschheimer Straße, dem später
die regelmäßige Erschließung von Bauland in der
Kirchheimbolander straße bis zur Morschheimer Straße folgte. Erste
Häuser wurden in Binger Straße und Weedeweg, an
dessen Ende der Brandweiher, erbaut. 1871 lag die Einwohnerzahl bei 573 Personen.
Trotz Rückgang nach 1900 ver-
dichtete sich weiterhin die Baustrucktur.
Das erste Baugebiet wurde 1961 ausgewiesen. 1993 zählte Orbis 572 Einwohner.
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